#1 Das Königreich des Himmels von Hirtenjunge 28.06.2017 09:39

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Die Worte von Arthos über DAS KÖNIGREICH DES HIMMELS, und wie man dieses "erlangt", sind auf derselben Linie dessen, was auch RAMTHA aussagte davon, was in unserer Kraft liegt, dafür TUN zu können.

RAMTHA:

Zitat
.. Euren Gott mit all eurer Macht zu lieben, den Herrn-und-Gott eures Seins mit all eurer Macht und all eurem Lieben zu lieben ... Er ist das, von dem ihr stammt, das, was die Wesenheit ist, die den (Körper) Tempel besetzt. Ihn mit all eurer Macht und all eurem Leben zu lieben, ist allumfassend, ihn zu lieben und zu ehren ...
... wenn wir ihn lieben und ehren, dann lieben und ehren wir ihn in anderen Menschen.

... Wir bereiten unseren Mind, wie das Hochzeitsbett für unseren Ehemann, unseren Gott, den Heiligen Geist und wir heiraten ihn. Der Körper heiratet diesen Heiligen Geist. Jetzt haben wir einen Christus, der auf der Erde wandelt.

Die Auferstehung Jesu (2)

Ramtha sprach davon, dass Jesus GOTT in sich verwirklichte, den er den "Vater in Sich" nannte. Wenn Ramtha sagt, dass auch wir "Gott" sind, dann meint er dieses potenziell noch zu verwirklichenden GOTT-In-Uns.

Hier nun das, wie die Sichtweise von Arthos ist auf das in uns zu erlangende REICH GOTTES bzw. Königreich des Himmels.

Hervorhebungen von mir.


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Arthos : Das Königreich des Himmels.

Heute ist ein guter Tag, um dich zu erheben. Erhebe dich aus der Perspektive, die du eingenommen hast, da du die äussere Welt zur Wahrheit und die innere Welt zur Illusion erklärt hast. Du hast dich kleingemacht, und kleingemacht bedeutet: kleine Macht. Das Ego, dieses kleine Selbst, das dich bis hier her geführt hat, hat dich getäuscht - und du hast dich täuschen lassen. Erhebe dich jetzt, indem du deine scheinbare Wahrheit zur Illusion und die scheinbare Illusion zur Wahrheit erklärst. In dir wirkt das, was in allem wirkt, und dieses Wirkende ist Gott in Aktion. Es ist Liebe in Bewegung. Erhebe dich, indem du Gott nicht mehr als über den Dingen stehendes, be- und verurteilendes Wesen ausserhalb der dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten siehst. Erkenne Gott als die Kraft in dir, die durch dich wirkt. Du bist nicht von Gott getrennt, und wenn du das geglaubt hast, hast du die Trennung selber geschaffen.

Jetzt ist die Zeit, in die Einheit des Lebens zurückzukehren. Die Einheit des Lebens ist das, was existiert, wenn das Leben nicht von seiner ursprünglichen und ihm eigenen Vollkommenheit abgetrennt wird. Diese Trennung ist eine Manipulation, der du unterworfen wurdest, und um die Manipulation zu beenden und in die Einheit des Lebens zurückzukehren, musst du dich erheben. Erhebe dich, indem du dich erinnerst und dich auf deine dir eigene ursprüngliche göttliche Essenz besinnst. Diese Essenz wohnt allem Leben inne, und sie ist vollkommen. Das Leben an sich ist vollkommen, aber da du Unvollkommenheit akzeptierst und dich auf sie ausrichtest, ziehst du diese Unvollkommenheit in dein Leben und koppelst dich vom natürlichen Zustand der Vollkommenheit ab.

Dies hast du Leben über Leben getan. Du hast den äusseren Schein zum Herren über dein Dasein gemacht. So hast du deine Macht abgegeben und deine Liebe unterdrückt. Leben für Leben hast du die Erfahrung gemacht, dass es tragisch endet, wenn du dem falschen Herren dienst und dass Selbstsucht, Gier, Neid, Hass, Angst und Zweifel immer zu dir - zum Ursprung - zurückkehren. Leben für Leben hast du gesät und deine Früchte geerntet, hast dich im Rad der Wiederverkörperung gedreht und dein Karma abgearbeitet. Was hat es dir gebracht? Hat es Erlösung gebracht? Frieden, Glück, Fülle und Freude? Oder hast du dich immer wieder an der scheinbaren Freude oberflächlicher Belanglosigkeiten festgehalten und immer wieder das Wesentliche verdrängt?

Heute ist ein guter Tag, um dich dem Wesentlichen zu widmen. Das Wesentliche ist das, was dein Wesen ausmacht, das, was dazu führt, dass du bist und das zu dem führt, was du bist. Das Wesentliche ist die immerwährende göttliche Tätigkeit in dir und in Allem. Diese göttliche Tätigkeit hast du nicht akzeptieren können, da du sie nicht akzeptieren solltest. Denn würdest du das tun, würdest du dich über jegliche Unvollkommenheit erheben und zu der Vollkommenheit werden, die dir zusteht. Vollkommenheit ist das natürliche Gedeihen, das ewige Wachstum unter den göttlichen Bedingungen, seinem Schutz und seiner Ordnung. Aber du hast nicht akzeptiert, dass nur Gott dir Bedingungen auferlegen kann. Du hast das Ruder selbst in die Hand genommen, deine eigenen Bedingungen erstellt und dich so von der Vollkommenheit des Lebens abgekoppelt.


Widme dich dem Wesentlichen in dir, indem du dich dem Göttlichen in dir widmest. Du darfst es annehmen und akzeptieren, dass diese immer der Vollkommenheit entgegenstrebende Kraft in dir ist, so, wie sie in allem ist, was Leben zum Ausdruck bringt. Erwecke dich selber zum vollkommenen Leben. Niemand anderes kann das für dich tun. Indem du deine Aufmerksamkeit auf die Missstände der äusseren Welt richtest, erhältst du den Schein aufrecht. Wenn du deine Aufmerksamkeit stattdessen auf die Vollkommenheit der inneren Welt richten würdest, würdest du verstehen, was das Königreich des Himmels tatsächlich bedeutet. Du kannst dieses Königreich in Anspruch nehmen, und wenn du das tust, wirst du dich und die Welt verwandeln, da du der Vollkommenheit wieder gestattest, sich in göttlicher Liebe zu entfalten.

Diese Entfaltung der Vollkommenheit ist der natürliche Lauf des Lebens, denn Leben ist Friede, Fülle, Freude, Gesundheit, Schutz und Ordnung. Das vollkommene Leben basiert auf vollkommen Gesetzen. Diese Gesetze wirken immer und überall. Der freie Wille allerdings ermöglicht es immer, eine Wahl zu treffen. Und wenn du die Wahl triffst, den kosmischen, göttlichen Gesetzen, eigene, auf Selbstsucht, Gier, Neid, Hass, Angst und Zweifel beruhende Gesetze überzustülpen oder diese von Anderen übergestülpten Gesetze zu akzeptieren, dann hast du nicht nur eine Wahl getroffen, sondern auch Samen gesät, deren Früchte du erntest.

Erhebe dich wieder in deine Göttlichkeit. Gott entfaltet sich unaufhörlich in Allem, was ist. Gott entfaltet sich durch und in Liebe. Wenn du das Göttliche in dir erkennst, annimmst und liebst - wenn du es so sehr liebst, dass du ihm dein Leben widmest - dann kann und wird Gott nicht nur in dir, sondern durch dich wirken. Dein Wirken wird dann das Wirken Gottes sein, und das Wirken Gottes ist die Entfaltung des Lebens in die Vollkommenheit. Verhindere diese Vollkommenheit nicht länger, indem du dich einmischt, indem du Bedingungen stellst und indem du dich auf Selbstsucht, Gier, Neid, Hass, Angst und Zweifel ausrichtest. Richte dich auf die Vollkommenheit aus, und das Königreich Gottes wird sich in dir und um dich herum entfalten.

Quelle: http://www.lebensrichtig.de/botschaft-vo...es-himmels.html




#2 RE: Das Königreich des Himmels von Hirtenjunge 30.06.2017 12:24

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EROS & PSYCHE - in welcher Beziehung nur könnte dieser Mythos mit der Ankunft und Verwirklichung des "Königreich des Himmels" in einer Beziehung stehen?


Lest bitte selbst und macht Euch Euer eigenes BILD.

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Eros und Psyche

Verfasser: Ekkehard Ortmann


I. Der Mythos

Zur Einführung in unser Thema möchte ich Ihnen in geraffter Form einen Mythos aus der antiken griechischen Götterwelt erzählen, den Mythos von Eros und Psyche:

Psyche ist eine menschliche (und das heißt hier: eine sterbliche) Prinzessin von so atemberaubender Schönheit, daß sie die Eifersucht der Liebesgöttin Aphrodite auf sich zieht. Aphrodite (= die aus dem Schaum Geborene) galt in der Antike als der Inbegriff weiblicher Schönheit und Anmut, und so unterstreicht Aphrodites Eifersucht die herausragende Schönheit Psyches nur noch deutlicher. Aphrodite duldet neben sich kein weibliches Wesen von solch herausragender Schönheit und beauftragt daher ihren Sohn Eros, den männlichen Liebesgott, die schöne Sterbliche dem Tode zu überantworten. Eros, der stets Pfeile und einen Bogen bei sich trägt, kann mit einem seiner Pfeile das Herz eines von diesem Pfeil Getroffenen in unsterblicher Liebe entbrennen lassen. Eros nähert sich Psyche aus himmlischer Höhe und erblickt sie, noch bevor sie ihn wahrnehmen kann. Von Psyches Schönheit ist er so überwältigt, daß er stolpert und sich an einem seiner eigenen Pfeile sticht. So verliebt sich Eros unsterblich in die sterbliche Psyche. Nun bringt er es nicht mehr übers Herz, Psyche auftragsgemäß dem Tode anheimzugeben.

Unterdessen begibt sich Psyche unter dem Eindruck einer Orakel-Weissagung auf eine einsame Felseninsel im Meer. In dem Orakel-Spruch heißt es, „ihre Bestimmung sei es, Beute eines Ungeheuers zu werden“ und so erwartet sie dort ihren Tod. Doch plötzlich fühlt sie sich sanft vom Wind emporgehoben und zu einem herrlichen Palast getragen.

Als es Nacht wird und Psyche müde und gerade dabei ist, einzuschlummern, kommt in der Dunkelheit ein männliches Wesen über sie, stellt sich ihr als Eros vor und eröffnet ihr, daß er ihr als Gemahl und sie ihm als Gemahlin bestimmt sei. In der Dunkelheit kann sie seine Gesichtszüge nicht erkennen, hört und spürt jedoch die Zärtlichkeit in seiner Stimme, seinen Worten und seinen Berührungen. So fügt sie sich in ihr Schicksal und gibt sich dem geheimnisvollen willig Gemahl hin. Ihr geheimnisvoller Liebhaber verschwindet wieder, als die Morgendämmerung anbricht, und nimmt ihr zuvor das Versprechen ab, daß sie niemals versuchen werde, sein Gesicht zu sehen.

Psyche genießt die Nächte mit ihrem Gemahl, der als Liebesgott ihre geheimsten Wünsche und Sehnsüchte zu erfüllen vermag. Allerdings werden ihr die Tage zusehends langweilig und so bittet sie ihren Gemahl um seine Zustimmung, ihre Schwestern in den Palast zu holen. Von nun an verbringt sie die Tage in Gesellschaft ihrer beiden Schwestern, denen sie natürlich begeistert von ihrem rätselhaften Gemahl und ihren lustvollen Liebesnächten mit ihm erzählt. Bei ihren Schwestern erregt sie damit Neid und Mißgunst und diese säen daraufhin mit ihren Reden die Saat des Argwohns: Ihr Gatte müsse ja ein scheußliches Monster sein, daß er sich so vor ihren Blicken verberge. Schließlich ist Psyche von Argwohn und Zweifel so vereinnahmt, daß sie eines Nachts entgegen ihrem Versprechen eine Öllampe entzündet und diese über das Gesicht ihres schlafenden Gatten hält. An Stelle des befürchteten abscheulichen Ungeheuers erblickt sie den schönsten aller Männer, eben den Liebesgott Eros nackt in seiner ganzen männlichen Pracht. In freudigem Erschrecken stolpert auch Psyche und verletzt sich an einem der Pfeile, die Eros jede Nacht mitsamt seinem Bogen neben dem Bett ablegt. Erst jetzt verliebt sich auch Psyche unsterblich in den jungen Gott. Bis dahin hatte sie seine Zärtlichkeit und Leidenschaft zwar genossen und ihn auch als ihren Gemahl akzeptiert, doch seine Liebe nicht wirklich erwidert. Während Psyche ihr Gleichgewicht verliert, verschüttet sie heißes Öl aus der Lampe auf den schlafenden Eros, der sofort erwacht und empört aufspringt. Eros hält Psyche den Bruch ihres Versprechens vor und verschwindet im nächsten Augenblick.

Auch der Palast löst sich vor Psyches Augen in Nichts auf, und Psyche findet sich einsam und verlassen auf der Felseninsel wieder. Zunächst will sie sich das Leben nehmen, doch dann durchwandert sie auf der Suche nach ihrem verlorenen Geliebten die ganze Welt. Von Aphrodites Zorn verfolgt und von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht, gelingt es ihr mit der Hilfe von Naturgeschöpfen – den Ameisen, den Vögeln, dem Schilfrohr – alle Schwierigkeiten glücklich zu überstehen. Schließlich steigt sie auf der Suche nach ihrem Geliebten sogar in die Unterwelt hinab, deren Zugang eigentlich jedem Lebenden verwehrt ist.

Eros, der nie aufgehört hat, Psyche zu lieben und zu schützen, ist von der geduldigen und beharrlichen Suche seiner Gattin gerührt und bittet Zeus, Psyche zu ihm zurückkehren zu lassen. Zeus stimmt zu und verleiht Psyche die Unsterblichkeit. Aphrodite vergißt ihren Groll, und die zweite Hochzeit der beiden Liebenden wird im Olymp mit großer Freude gefeiert.

II. Die Bedeutung aus tiefenpsychologischer Sicht

Mythos als Bühne

Der Mythos ist einer Bühne vergleichbar, auf der die verschiedenen Anteile der Menschenseele durch Figuren verkörpert sind, und ihre Entwicklungsgeschichte in einem ergreifenden Drama dargestellt ist. Psyche heißt „Seele“ bzw. wörtlich „Hauch / Atem“, damit ist auch bereits die enge und untrennbare Verbindung zwischen dem Atemfluß und dem Seelenleben angedeutet.

Die weibliche Seele

Psyche ist eine Frau, die Seele wird immer weiblich dargestellt, da sie weibliche Eigenschaften aufweist: Sie ist beindruckbar und aufnahmebereit, sie kann mit etwas in ihrem Inneren schwanger gehen und es schließlich zur Welt bringen.

Psyche steht hier für die Menschenseele schlechthin, gleichgültig ob der Mensch nun ein Mann oder eine Frau ist. Allerdings nur für den Aspekt der Menschenseele, der ins Dasein gekommen ist. Im Mythos ist Psyche nämlich eine sterbliche Frau, wunderschön zwar, ja von göttlicher Schönheit, aber sterblich. Sterblich am Menschen ist der Körper. Psyche ist sich also ihres sterblichen Körpers bewußt, sie ist in Erwartung des Todes, der ja jeden menschlichen Körper zu gegebener Zeit ereilt. Im Moment der Zeugung tritt die Menschenseele aus der Ewigkeit und Unendlichkeit des Seins heraus in Raum und Zeit ein. Von nun an ist das Leben von angstvoller Todeserwartung überschattet. Das unendliche Sein – im Mythos dargestellt als Meer – tritt ins Dasein – im Mythos dargestellt als einsame Felseninsel. Erst die Menschenseele, die sich ihres göttlichen Kerns und ihrer Unsterblichkeit bewußt geworden ist, wird von dieser Angst wieder befreit sein.

Die erste Annäherung

Die erste Annäherung zwischen Eros und Psyche ist einseitig, Eros erblickt Psyche und ist von ihrer Schönheit überwältigt, doch Psyche bemerkt seine Annäherung nicht. Der göttliche Kern ist sich bewußt, daß der Mensch ins Dasein, von der Unendlichkeit in die Endlichkeit gekommen ist, und er ist von unsterblicher Liebe zu der ins irdische Dasein gekommenen Seele erfüllt. Doch umgekehrt gilt das nicht: Der Mensch in seinem irdischen Dasein ist sich seines göttlichen Ursprungs und Kerns keineswegs bewußt.

Am Anfang: Sehen und Gesehenwerden

Die Pfeile, die Eros verschießt und mit denen er die Herzen der Getroffenen in flammende Liebe versetzen kann, sind Blick-Pfeile. Sie sind ein Symbol für den Blick, der durch die Augen bis ins Innerste reicht und dort das Herz trifft. Sehen und Gesehenwerden sind von Anfang an von entscheidender Bedeutung für die Entstehung der Liebe zwischen Psyche und Eros. Psyche findet sich in einem herrlichen Palast wieder, geliebt von einem wunderbaren Liebhaber, den sie hören, spüren und fühlen, aber nicht sehen kann. Dieser Liebhaber ist göttlich, unsterblich, und kommt nur bei Nacht. Die Nacht und das Nicht-Sehen und auch Nicht-Sehen-Dürfen stehen für das Unbewußte. Die Seele ist sich ihres göttlichen Liebhabers und Beschützers nicht bewußt. Sie akzeptiert ihren Liebhaber, weil sie sich geliebt fühlt, aber sie selbst liebt ihn – noch – nicht. Damit es dazu kommen kann, muß sie ihn bei Licht gesehen haben. Die im Unbewußten wirkende göttliche Kraft muß ins Bewußtsein kommen, damit die Seele ihre Liebe erwidern kann.

Unbewußte Glückseligkeit

Psyche erfährt die Wonnen des Geliebtwerdens, wenn der göttliche Liebhaber des Nachts bei ihr ist. Diese unbewußte Glückseligkeit erlebt der Mensch wahrscheinlich vor seiner Geburt im Uterus und nach der Geburt, wenn er nach Sättigung des Hungers noch an der Mutterbrust liegend in einen eigentümlichen Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen verfällt, der von der Hirnforschung als α-Zustand bezeichnet wird. Bei einem Säugling kann man dann ein glückseliges Lächeln über das Gesicht huschen sehen, während seine Augenlider halb offen und die Augäpfel nach oben verdreht sind. Das Lächeln steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit irgendetwas in der Außenwelt, sondern drückt ein inneres Erleben aus, einen innigen Kontakt zum göttlichen Kern oder dem Himmelreich in uns, wie Jesus das formuliert hat. Bei Erwachsenen kommt dieser sogenannte α-Zustand nur noch ganz selten vor: in tiefer Meditation oder Trance.

Zweifel als treibende Kraft für Bewußtwerdung

Doch die Menschenseele ist mit dieser unbewußt erfahrenen Glückseligkeit nicht zufrieden. Psyche wird es tagsüber langweilig. Für ihr Tagesleben (= bewußte Erfahrung) will sie Gesellschaft, Geschwister, also Kontakt zu ihresgleichen. Und mit dem Kontakt zu irdischen Menschen kommen auch Neid, Mißgunst, Argwohn und Zweifel in ihr Leben. Argwohn und Zweifel werden sogar die treibende Kraft für die Bewußtwerdung. Sie sind das im Orakel-Spruch prophezeihte Ungeheuer, dessen Beute Psyche wird. Dem denkenden Menschen reicht die glückliche Erfahrung nicht, Psyche will sich eine Vorstellung, ein Bild machen von dem, was ihr geschieht. Und so bricht sie ihr Versprechen. Sie will nicht länger nur unbewußt genießen, sie setzt alles auf´s Spiel, um Bewußtheit zu erlangen.

Ich-Bewußtsein und das Göttliche

Die Schönheit des göttlichen Geliebten ist für Psyche überwältigend: das Bewußtsein kann es nicht fassen, kann der unmittelbaren Konfrontation mit dem Göttlichen nicht standhalten. Psyche verliert ihr Gleichgewicht und verletzt sich an einem der Pfeile. Erst jetzt verliebt sich auch Psyche unsterblich in Eros. Wie zuvor schon bei Eros entsteht die unsterbliche Liebe aus einer kleinen Verletzung des Körpers, Symbol für eine Verletzung des Ich (Ego), d.h. der Vorstellungen, die wir uns von uns selbst gemacht haben. Eros verschwindet sofort und mit ihm der herrliche Palast, das Paradies, in dem Psyche so unbeschwert leben konnte. Das Göttliche entzieht sich dem, was wir mit den physischen Augen sehen können. Und Psyche ist noch sterblich, das heißt, noch sieht sie nur mit den Augen des Körpers, Psyche sieht durch die Brille ihrer beschränkten Vorstellungen, die sie sich von sich und der Welt gemacht hat (Ich bzw. Ego).

Unsterbliches Selbst kommt ins Bewußtsein

Nach dem Verlust des Geliebten und des Paradieses findet sich Psyche dort wieder, wo sie schon am Anfang war, auf der einsamen Felseninsel mitten im Meer. Diesmal will sie den Tod, sie will sterben. Der Tod erscheint ihr als Ausweg, um dem Schmerz der Trauer und der Verlassenheit zu entgehen. Aber sie stirbt nicht, es ist ja um sie geschehen: ist sie doch unsterblich verliebt, das heißt, dieser Liebe kann auch der Tod kein Ende setzen, mit dieser Liebe ist etwas von ihrem unsterblichen Selbst (Wesen) in ihr Bewußtsein gedrungen.

Langwierige Suche in der Welt

Und nun beginnt eine langdauernde Suche nach ihrem Geliebten: Überall in der Welt sucht sie nach ihm, dabei erleidet sie viele Schicksalsschläge, die ihre Geduld und Beharrlichkeit auf die Probe stellen. Naturgeschöpfe helfen ihr, weil sie diesen mit Achtung begegnet. Die natürlichen der Seele innewohnenden Kräfte wie Fleiß, Ausdauer und Genauigkeit im Kleinen (Ameisen), die Fähigkeit, die eigenen Probleme mit Abstand aus einer gedanklichen Vogelperspektive anzuschauen (Vögel) und die Fähigkeit, nachgiebig zu sein und dennoch aufrecht zu bleiben, ohne die Verwurzelung zu verlieren (Schilfrohr) helfen der Menschenseele über alle Schwierigkeiten hinweg. Sie sucht ihren Geliebten überall in der Welt, das heißt, sie sucht ihn in Zeit, Raum und Materie. Doch dort kann sie ihn nicht finden.

Psyches Schicksal: der Weg zum Geliebten

Eros, der ja nie aufgehört hat, Psyche zu lieben, verfolgt ihre beharrliche Suche aus himmlischer Höhe und greift immer wieder schützend ein, ohne daß Psyche das merkt. Auch wenn sich die göttliche Kraft dem Zugriff des Bewußtseins entzieht, leitet sie weiterhin das Geschick der geliebten Seele. Psyches Schicksal ist der Weg zurück zu ihrem Geliebten, im Schicksal werden Psyche die zu ihrer Reifung notwendigen Erfahrungen zuteil, die ihr Heilung und Heil erst ermöglichen.

Schließlich ist Psyche sogar bereit, in die Unterwelt hinabzusteigen, in das Reich des Hades, das Reich des Todes, um auch dort nach dem Geliebten zu suchen. Ihre Liebe ist stärker als ihre Angst vor Dunkelheit und Tod.

Gereiftes Urteil: Blick für das Wesentliche

Eros ist von der Stärke ihrer Liebe und ihrer geduldigen Suche tief berührt und bittet schließlich Zeus darum, daß seine Gemahlin zu ihm zurückfinden möge. Zeus steht hier für die Urteilsfähigkeit des Menschen. Die durch freud- und leidvolle Erfahrung gereifte Urteilsfähigkeit der Seele öffnet ihr den Blick für das Wesentliche. Die Seele hat gelernt, nicht mehr nur mit den Augen des Körpers zu sehen, durch ihr Ich (Ego), durch die Brille ihrer eigenen beschränkten Vorstellungen. Aufgrund der gereiften Urteilsfähigkeit kann die Seele mit dem geistigen Auge in ihrem bewegten Schicksal das göttliche Wirken erkennen. Zeus verleiht Psyche die Unsterblichkeit. Endlich kann sich die Menschenseele in ihrem irdischen Dasein für immer mit ihrem göttlichen Kern verbinden und damit die bedingungslose göttliche Liebe in der Welt verkörpern.

Soweit die Deutung des Mythos aus tiefenpsychologischer Sicht.

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Vollständiger Artikel: http://www.der-innere-weg.de/angebote/ve...ros-und-psyche/





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