#1 Das "Nicht-Wissentlich-Licht-'Drapiert'-Sein" von Hirtenjunge 06.04.2016 02:18

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(Text ist gerade durch systemische Dinge bei Xobor gelöscht worden ... (ich sollte doch vorher auf Word-Datei schreiben und speichern), statt aus der Haut zu fahren vor lauter Ärger, weil alles mit einem Mal "weg" ist , ich werde ihn - den Text - morgen bzw. heute an dieser Stelle noch einmal zu rekapitulieren versuchen ...)

So "liefere" ich wenigstens schon einmal die Musik dazu:



#2 RE: Das "Nicht-Wissentlich-Licht-'Drapiert'-Sein" von Hirtenjunge 06.04.2016 19:44

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Es ist mir bei Xobor nicht zum ersten Mal passiert, dass durch eine falsche Taste plötzlich eine neue Seite geladen wird und der Text verschwunden ist. Auch mit der „Rückgängig“-Eingabe oder den „Eine-Seite-Zurück“-Klick im Browser ist da nichts mehr zu machen. Wenn man dann sich schon dazu aufgerafft hat, seine Gedanken zu sammeln und in Worte zu fassen, dann ist es schon ärgerlich, wenn das elektronisch zu Papier gebrachte mit einem Mal weg ist.


Die Überschrift des Themas ist wieder einmal eine meiner typischen Wort-Kombinationen, um einen Gedankeninhalt kompakt auf den Punkt zu bringen versuchen.

Die dargereichte Musik dazu hat nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun, sondern mittelbar als „Träger“ meiner Gedanken. Denn oftmals ist es so, dass beim Musikhören die Dinge in mich „hinein-fallen“, also „Ein-fälle“ kommen …


Den Impuls für meine Reflexion bekam ich durch ein gestriges Erlebnis bei Lidl. Mich berührten tief die strahlenden Augen der jungen Frau an der Kasse. Ein solch unverwandter offener Blick mit großer Tiefe und klarem Leuchten.

Als ich daraufhin über diesen Eindruck nachdachte, tauchten die Worte in mir auf, welche ich erst neulich zum „Meistersein“ gelesen hatte:

" ... sicher, es gibt Erleuchtung, es gibt wirkliche Meisterschaft – jedenfalls mit den Einschränkungen, die durch die Verkörperung gegeben sind. Aber Sie können davon ausgehen, dass die «Echten» nicht unbedingt unter den heute prominenten Meistern zu finden sind. Ich vermute eher, dass sie unerkannt bleiben wollen und einen völlig gewöhnlichen Beruf ausüben: als Mütter und Väter, als Komponisten und Schriftsteller, als Landschaftsgärtner und Psychotherapeuten oder, noch banaler, als Sachbearbeiter in einer Behörde. Die «Erleuchtung» manifestiert sich doch eher darin, wie man etwas tut als darin, was man tut."


Der Meistermacher

In diesem Fall womöglich eine junge Kassiererin. Und sie weiß selbst nichts davon?

Ja, ich denke, dass jetzt viele junge Menschen auf der Welt sind, welche „aus sich selbst heraus“ („Licht“) SIND, ohne dass ihr Verstand sich damit „schmückt“.

Ich kann sicherlich für uns „Merliners“ sprechen, dass wir uns selbst sehen als spirituelle „Wegbereiter“ und „Pioniere“ der Neuen Erde. Wir mussten viele harte und aufreibende Prozesse durchlaufen, um bei uns Selbst anzukommen und die vielen Anteile unseres Selbst zurückzuholen, anzunehmen und zu integrieren.


Ich beobachte schon seit langem, dass in den „spirituellen“ Foren und Blogs sich viele Menschen tummeln, die für sich in Anspruch nehmen, im Wissen und an spiritueller Reife der Masse der „anderen“ Menschen „voraus“ zu sein. Sie sehen sich als „Sternensaaten“, „Lichtbringer“,„Lichtkrieger“ und was man sonst noch so an Begriffen dafür finden kann, sich selbst als „gesondert“ und „besonders“ wahrzunehmen. Sie merken nicht, dass ihr Verstand ihre bisherigen Einblicke in spirituelle Erkenntnisse dazu benutzt, sich selbst innerlich zu erhöhen – und damit wieder in die „Abtrennung“ geht und jede weitere wahrhaftige spirituelle und menschliche Reifung blockiert.

Mir kommen wieder die Worte von Maria-Anne Gallen zum „Spirituellen Größenwahn“ in den Sinn:

"... es ist also die Identifikation mit einer wie auch immer gearteten spirituellen Erfahrung, die das Phänomen »spiritueller Größenwahn« hervorbringt, nicht die Erfahrung selbst. Und dieses Anhaften verhindert Weiterentwicklung."

Die Notwendigkeit der Hinterfragung

Diese „Identifikation“ und die damit verbundene inhärente Exklusivitätsvorstellung ist das größte Täuschungsmanöver des Verstandes, welche verdeckt und unerkannt abläuft. Die Betreffenden reden und reden und reden dann über ihr Wissen und „Spirit“, und realisieren nicht, dass es ihr Verstandesego ist, welcher in seinem ständigen Vergleichen, Bewerten und Urteilen sich mit all diesem „Licht-Kram“ hübsch zurechtmacht und „drapiert“ …


In der Überschrift zum Thema brachte ich gleich zwei Gedankengänge ein. Einerseits, dass das Verstandesego sich mit dem „Licht“ gern schmückt und drapiert, ohne selbst Licht sein zu können. Andererseits, dass das eigene Verstandes-Wissen darum, dass wir „Licht“ sind, paradoxerweise wieder losgelassen werden muss, um auch wahrhaft „Licht“ s e i n zu können.


Am Beispiel dieser jungen Frau an der Kasse ist mir das noch einmal schlagartig bewusst geworden. Gerade indem sie vermutlich nichts von ihrem „Leuchten“ weiß, „leuchtet“ sie …


Wenn ich einmal bei uns „Merliners“ bleibe: wir können ja den Sinn unseres Kommens, über welchen wir tief reflektiert haben, ja nicht mehr „ent-wissen“. In der Tat. Doch dieses „Wissen“ ist nicht etwas, über das der Verstand „verfügen“ darf. Er darf daran Teilhabe haben, aber es nicht „benutzen“ oder daran klammern.

Über das „Ringen“ mit dem Verstandesego oder dem „inneren Verstandeskind“, wie ich es liebevoll nenne, und den Aufbau eines offenen, ehrlichen und Geborgenheit gebenden Beziehungsverältnisses zu ihm, habe ich bereits tiefgründige Reflexionen in meinem „Werkstattbericht“ angestellt:

Ein Essay - oder "Werkstattbericht" zum Verhältnis von "Ego" und "Aufstiegsprozess"


Ich kann auf den besagten Foren und Blogs auch Menschen wahrnehmen, welche aufrecht und ernsthaft nach Erkenntnis, Klarheit und „(Auf-)Klärung“ streben. Es ist dann eine sehr intellektuelle-akademische Herangehensweise mit sophistisch-erkenntnistheoretischer Methode. Das ist sehr wichtige Grundlagen-Arbeit aus dem Verstand und für den Verstand. Sie „beschreibt“ das Licht, kann es aber natürlich nicht hervorbringen. Viele bleiben dann auch auf der Stufe des „Beschreibens“ stehen – und meinen aber verstandesmäßig weiterhin, das „Beschriebene“ zu „sein“ …

Wer dann über diesen Umstand aber Bewusstheit erlangt und „weiter“ schreiten will – steht noch vor seiner größten Herausforderung und Prüfung: ausgerechnet seinen Verstand, durch den er ja erst einmal zu dieser Erkenntnis gekommen ist, dass er bisher nur das Licht „beschrieben“ hat, LOSZULASSEN.

Er ist bisher mit seinem Verstand so weit gekommen und so hoch gestiegen, dass er nunmehr auf dem Sprung-Brett(-Turm) steht. Viele verharren hier und „predigen“ von ihrer Position aus auf die „Untenstehenden“, statt wirklich den Mut, die Entschlossenheit und „Verrücktheit“ aufzubringen, zu SPRINGEN. Und der Sprung führt erstmal nach UNTEN, jenen entgegen, über welche der Verstand sich vorher noch „erhöht“ sah …

Das ist jene TAT, vor welche der Verstand die größte Angst hat, sich selbst aufzugeben. Aber ausgerechnet das ist die letzte große und entscheidende „Aufgabe“ für den SPIRIT-Suchenden …


"Transpersonale Erfahrungen steigen uns Menschen gerne ein wenig zu Kopf und erzeugen Selbstüberhöhungen. Das ist ein bekanntes Entwicklungsphänomen in allen spirituellen Traditionen. Erst ganz am Ende des transformatorischen Prozesses verschwindet zum Beispiel in den Bildern des Zen-Buddhismus jeder Hauch der Erleuchtung und der Mensch kehrt auf den Marktplatz zurück, ohne dort als Weiser erkannt zu werden."

Die Notwendigkeit der Hinterfragung

Was mich selbst betrifft, so empfinde ich, wieder auf den „Marktplatz“ zurückgekehrt zu sein. Es ist mir nicht wichtig, „Licht“ zu sein. Es ist mir wichtig, Freude zu haben an mir selbst, an meinem Fühlen. Ich habe mir selbst eine Methode erschaffen, durch welche ich DANK und JUBEL wahrhaft generieren kann. Sie sind zu einem ständigen Wegbegleiter geworden.

"Engrammatische ATMUNG" - Eine Reflektion meiner SPIRITuellen INNEN-ARBEIT


DANKbarkeit ist der „Schlüssel“ und das TOR zum SELBST, zum SEGENsREICHtum der Eigenen GANZ-heit …

Die HEILende Wirkung von Dankbarkeit

Der Verstand, welcher noch auf dem Sprungbrett verweilt, würde meinen, dass das nicht möglich ist – dass die Vorstellung beständiger Dankbarkeit und Freude absurd wäre. Ja, er kann es sich wirklich nicht vorstellen, weil er diesen Seins-Zustand selbst nicht erzeugen kann. Es geht zwar „über“ ihn, aber es kommt nicht „aus“ ihm. Vielleicht ist „beständige“ Dankbarkeit und Freude auch nicht das richtige Wort. Es beinhaltet ja noch „Stand“ – doch es geht um das SPRINGEN, Das LOS- und Sich FALLENLASSEN … erst dann geschehen die „Wunder“ SPIRITs …

Es ist das ErLEBEN von Innerer FÜLLE, ein GEFÜHL von Umborgen-Durchflossen-Erfüllt-Aufgefangen-Getragen-Sein … und wenn der Verstand erst einmal sich darauf eingelassen hat, sich auf-ge-geben zu haben, dann genießt er es, liebevoll umsorgt und geborgen zu sein, befreit aus den Fesseln der Annahme, seine Existenz sichern, behaupten und verteidigen zu müssen …

Der auf dem Markplatz zurückgekehrte Hirtenjunge

#3 RE: Das "Nicht-Wissentlich-Licht-'Drapiert'-Sein" von Hirtenjunge 06.04.2016 21:09

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Passend zum "Sprung" auch jene Worte über "Fülle und Erfüllung"

https://dasmanuskriptdeslebens.wordpress...und-erfuellung/

#4 RE: Das "Nicht-Wissentlich-Licht-'Drapiert'-Sein" von Astrid 16.05.2016 09:41

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Lieber Hirtenjunge,

bedingt durch meinem Urlaub habe ich gerade den Luxus mich ohne Zeitdruck dem zu widmen was mich gerade anspricht.
Und so wurde ich heute morgen mal wieder hier ins Forum geführt und von deinem Wortspiel: Das Nicht-Wesentlich-Licht
angezogen, als ich die Überschriften der neusten Einträge las...

Buchstaben haben ja auch eine Schwingung und darum sind Namen und Wörter nicht nur Schall und Rauch sondern haben
auch die Fähigkeit etwas zu transportieren. Verstärkt wird dies womöglich noch durch das erwachte Bewusstsein eines
Schreiberlings, oder aber wenn die Quelle gänzlich aus einer höheren Dimension stammt, wobei das eine das andere nicht
ausschließen muss...

Das lesen deines Textes, der spirituelle Größenwahn und auch der Verstand der auf dem Sprungbrett steht, haben mich an
eine Lektüre erinnert die mich bis dato wie keine andere berührt und geführt hat. Es ist das kleine blaue Büchlein von
Joseph S. Benner mit dem Titel: Das unpersönliche Leben
http://www.amazon.de/Das-unpers%C3%B6nli...%B6nliche+leben

Es klopfte innerlich schon vor Tagen in mir an, das Büchlein mal wieder zur Hand zu nehmen.
Warum auch immer fand ich es gerade nicht mehr und schaute im Internet um es mir nochmals zu bestellen.
Da konnte ich erfreulich sehen, dass mittlerweile ein andere Buch des Autors ins Deutsche übersetzt wurde.
Wie durch ein Wunder gelang ich wenige Mausklicke später zu der ins Internet gestellten Ausgabe, sodass ich
sogar heute zu Pfingsten noch anfangen kann den Text zu lesen - was für ein schönes Geschenk!
Hier das Online Buch: Der Weg zum Reich Gottes - es ist zum Download


Nun schließe ich den Kreis wieder.
Deine Worte haben mich angesprochen weil ich von mir sagen würde, dass ich mittlerweile ein Mensch geworden
bin der von sich sagen kann, dass er diese Welt in der wir leben so gut wie hinter sich gelassen hat.
Es gibt nichts mehr * da draußen* was mich noch satt machen oder mich befrieden könnte.

Stolpersteine die ich erlebte waren nicht so sehr das Sprungbrett. Bei mir waren es Vorgesetzte und Arbeitskollegen
deren *normales, unreflektiertes Verhalten* was ich als deren Werkzeug zum Machtmissbrauch ansah und bewertete.
Damit trennte ich mich sowohl von allem was ist als auch vom Mitgefühl und erhöhte mich über sie...
Es kostete mich Jahre in den Spiegel dieser Projektionen zu schauen und zu lernen diese zurück zu nehmen, die Themen
in mir zu erlösen und mein Herz für die bedingungslose Liebe zu öffnen um auch diese Menschen dort mit hinein zu nehmen.
Mir zu vergeben und ihnen zu vergeben.

Jetzt wo diese Schritte hinter mir liegen und ich auch auf der Arbeitsstelle bleiben könnte, theoretisch, kam eine neue
Arbeitsstelle mit Vorgesetzten und Kollegen und Rahmenbedingungen die mein neues Bewusstsein wiederspiegeln.

Den Verstand in den Urlaub zu schicken oder vom Sprungbrett springen zu lassen könnte ich für mich nun gleichsetzen mit
einem tiefen Vertrauen. In meinem Fall damit, dass ich auf der neuen Stelle etwas weniger Geld bekomme.
Das passt mir nicht, dennoch habe ich den Vertrag unterschrieben weil ich meinen Focus auf die Weiterentwicklung setze die
mit dem Stellenwechsel stattfindet. Desweiteren werde ich noch weitere Schritte tätigen die meine innere Stimme mir rät zu
gehen und auch meine Nebentätigkeiten aufgeben. Nicht von heute auf Morgen, es darf sanft gehen, aber ich werde es tun.

Ich habe in den letzten Monaten so viel Geld verdient wie noch nie zuvor in meinem Leben.
Und werde nun diesen Weg verlassen um meinem Herzen, meiner Freude und meiner Wahrheit zu folgen.

Meine sichere Burg, meine Zufluchtsstätte ist das Einheitsbewusstsein.
Befinde ich mich in diesen kann ich meinem Gegenüber auch dann noch wohlwollend und mitfühlend begegnen wenn er/sie in seinen
Dramen/Illusionen etc. steckt und diese auf mich projiziert.
Verlasse ich diesen innerlichen Zustand fällt mein Bewusstsein und ich identifiziere mich früher oder später mit Aspekten oder Emotionen
von mir und bin gefangen in der Welt der Erscheinungen, aus der heraus der Mensch wiederum neigt andere beeinflussen zu wollen damit es
einem selber besser geht...

In diesem Sinne vielen Dank lieber Hirtenjunge vom Marktplatz für die wertvollen Impulse.

Es grüßt die sanfte Tigerin

#5 RE: Das "Nicht-Wissentlich-Licht-'Drapiert'-Sein" von Hirtenjunge 17.05.2016 12:38

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Hier sind die Dateianhänge zu den Büchern "Der Weg zum Reich Gottes" und "Das unpersönliche Leben". Vielen Dank für die wertvollen Buch-Empfehlungen, liebe Sanfte Tigerin!

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