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#61 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 29.04.2014 00:41

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Ich bleibe ich noch einmal bei den Streichern - dem berühmten Adagio für Streicher von Samuel Barber, einem neuzeitlichen amerikanischen Komponisten romantischer Prägung (man darf sich hier durchaus auch an einige Werke von R. V. Williams erinnert fühlen, s. o.):



Der dahinschwelgende Hirtenjunge

#62 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 29.04.2014 00:55

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Ich knüpfe noch einmal an Barber an, mache nun aber den Schwenk wieder zur GEISTlichen Musik:



Der Hirtenjunge, welche "auch" das Lamm IST, das er hütet.

#63 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 29.04.2014 01:08

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... und leite abschließend über wieder zu einem italienischen Meister der Renaissance, Palestrina:



Der verehrende Hirtenjunge

#64 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 30.04.2014 22:53

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Ich habe mich gerade vom Dienst akklimatisiert bei Musik der Romantik. Männerchöre in ihrer höchsten klanglichen Entfaltung und tiefsten inbrünstigen Interpretationskraft.

Aus der Stadt schwallen „Aufputsch-DJ-Stimmen“ und „Bumm-Bumm“ in meine Wohnung am Rand der Dresdner Heide. Und aus näherer Umgebung Gelächter und Stimmen aus den Parzellen der Kleingärten. Doch ist es in meinen Ohren wie ein „Raunen“ aus der Ferne, dem ich meinen Inneren Respekt zolle, aber nicht mehr unbedingt mit meiner Anwesenheit dazugehören muss.

Heute am Walpurgistage sind die Menschen auf den Beinen und in einer gemeinsamen abendlichen Zusammenfindung „da draußen“, wie es sonst im Jahr außer Silvester nicht stattfindet.

Doch meine Sehnsucht geht nicht hinaus nach dem, was sich da unter dem nächtlichen Himmel unter den Menschen beim Feuerschein abspielt, sondern nach Innen, zum „Feuer-Schrein“ meiner Eigenen Verbindung mit dem Teil in mir, das Eins ist - in ungestörter und unzerstreuter Ablenkung – mit dem „Höheren“, was in meiner Brust wahrhaftig an tiefer Empfindung wallt.

So mögen die Worte Goethes in der grandiosen Vertonung von Schubert jedes weitere meiner kläglichen Worte ob dieses GEFÜHLs überflüssig machen und ganz für sich sprechen:



Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.

Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.

Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.

Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!



Der Klang-beSEELtE Hirtenjunge

#65 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 30.04.2014 23:16

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"Auch", "trotz" und "gerade" im einfachen Satz des Deutschen Volksliedgutes findet die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik statt ...

Es wird oft aus "Hörüberreizung", Unkenntnis oder Unwillen heraus leider nicht mehr wahrgenommen. Nur eines sei im Anschluss an obigen Beitrag hier herangezogen:

Hab oft im Kreise der Lieben
im duftigen Grase geruht
und mir ein Liedchen gesungen
und alles war hübsch und gut

Hab einsam auch mich gehärmet
in bangem, düsterem Mut
und habe wieder gesungen
und alles war wieder gut

Und manches, was ich erfahren
verkocht´ ich in stiller Wut
und kam ich wieder zu singen
war alles auch wieder gut

Sollst uns nicht lange klagen
was alles dir wehe tut.
Nur frisch, nur frisch gesungen
und alles wird wieder gut


(Text Adalbert von Chamisso, Melodie Friedrich Silcher)



Es stimmt absolut, nach meiner eigenen Erfahrung, was hier besungen wird: SINGEN an sich, durch sich und aus sich "verbindet" mit dem GANZen I N Einem Selbst, also mit den "Höheren" bzw. "GANZeren" Anteilen der SEELE.

Es ist keine Fiktion von "Hab mein Wage hochgelade", dass es in früheren Zeiten "durch die Städtchen" von den Sanges-Stimmen der Menschen hallte ...

Es wurde gesungen. Und es gibt noch einige von den Menschen aus der ur-älteren Generation, die ich persönlich kennenlernen durfte, welche hundert Volkslieder mit allen Strophen auswendig konnten.

Weil es ihnen "eingepeitscht" wurde? Gewiss nicht. Sondern weil es noch keine dermaßen manipulative Ablenkungs- und Zertreuungs-Industrie wie heute gab - und weil das mit und aus dem LEIB vollzogene SINGEN sowohl ihr erlebtes LEBEN, als auch dessen trostreiche und um das Innen beREICHernde "Bewältigung" "weihte" und mit seliger Substanz erfüllte ...

Der im Volksliedergut beHEIMATete und es SINGENde Hirtenjunge

#66 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 01.05.2014 00:42

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Ich kann es kaum glauben - indes ich aus der Ferne über das angeklappte Fenster noch die "Bumm-Bumm-Feierstimmung" des zwei Luft-Kilometer entfernten großen "Hexenfeuer-Events" am anderen Ende der Stadt wahrnehme - höre ich aus unmittelbarer Nähe den Gesang der Nachtigall. Hier bei uns?

Ja, das muss sie sein. Um diese Stund, Null Uhr Elf. Sonst erschallt der Ruf der Amseln bereits ab halb Fünf in der Frühe. Doch jetzt ist Nacht. Und diese zierlichen Wesen lassen ihr Lied erschallen mit einer markanten, aber wohlklingenden und "vereinnahmenden" Eindringlichkeit ... Welch Faszination.

Auch morgen und die nächsten Tage habe ich wieder durchgehend Dienst, deshalb jetzt abschließend noch einen "gewaltigen" Romantiker:

Edward Grieg, ein norwegischer Komponist, welcher als solcher aber seine Grundlagen erhielt am Leipziger Konsveratorium (also in SACHSEN und damit auch in der deutschen Romantik ge- und be-schulter Musiker), der sich dann u.a. sehr auch dem nationalen nordischen Gut widmete, was nicht unentfremdet dem Deutschen ist.

Als Beispiel dient hier die "Landerkennung" des norwegischen Nationalhelden "Olaf Trygwarson".

Leider fand ich auf Youtube nicht die mir vertraute und unvergleichliche Aufnahme mit dem Männerchor des Rundfunkchores Leipzig von anno dazumal, doch ich stieß auf ein anderes Video, was zwar nicht so klanglich mithalten kann, aber umso authentischer durch seine Bildkraft wirkt:



Was für ein Einsatz, welch Hingabe und Flamme, Begeisterung und Anteilhaftigkeit der Ausführenden ... Der Männerchor in einer chorischen Intensität und Authentizität, wie selten gesehen - und, ha, ha, als Pendant dazu die holden Mädels in Tracht an den Streichinstrumenten ... als wenn sie mit manchen Blicken, statt dem Dirigenten, der singenden Herren hinter sich zugewandt seien - und umgekehrt ... ("Wenn alle Brünnlein fließen ... Ja, winken mit den Äugelein ...")

... und dennoch sollten die bildlichen Elemente der Aufführenden nicht abhalten vom Abgleich des Textes zur Musik:

http://www.frohe-stunde-weroth.de/landerkennung.htm

Die Zeiten sind zyklisch ... Und wir sind wieder einmal an einem Ende angekommen, um mit ebenso hehrer Kraft und kühner Bewusstheit und mutiger Entschlossenheit das NEUE zu wagen ...

Der noch immer die Nachtigall vernehmende Hirtenjunge

#67 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 01.05.2014 02:38

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Ein Lied, mit dem ich personal, kindlich und deshalb auch "ERWACH"sendtlich sehr verbunden bin ist: "In Einem Kühlen Grunde".

Selbst nahmhafte Chöre vermeiden stets diese Strophe (aus meinem Kopf):

Ich möchte als Reiter wohl fliegen
Durch die blut'ge Schlacht
um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht
...

So auch mein beHEIMATeter Kreuzchor ohne diese Strophe, mit einer sonst annehmlichen Interpretation:




Doch das "Ende" des Liedes, das mir dereinst als "Bub" am Nachtbette vorgesungen ward, hatte mich schon in diesem Alter mit vier Jahren bewegt, dass ich meine Mutter fragte:

Warum möchte er "sterben"? -

"Ich möchte kein viertel, kein halbes, sondern ein 'ganzes' Leben haben" (so wie ich es dereinst einmal bei dieser Gelegenheit geäußert haben muss, wie mir später erzählt worden ist ...)

In diesem Sinne!

Der nach dem GANZen immerwährend suchend, strebend und darin Schritt für Schritt ankommende Hirtenjunge

#68 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 03.05.2014 01:14

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Alle die Fragen, die ich mir in meinem "lebensbiographischen Aufbruch" stellte - und sich sicherlich auch viele andere aus den Generationen derer stellten, welche "irgendwie" auf der Suche nach dem "Eigentlichen" und "Sich Selbst" im "FELD" "Esoterik/Spiritualität/Meditation/Erwachen/Bewusstes Sein ..." sich eingefunden hattten - finden sich "verdichtet" in jenem Texte Johann Philipp Neumanns wieder, welcher von Franz Schubert in der Deutschen Messe vertont worden ist.

Eingangschor:



Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?
Wem künd' ich mein Entzücken, wenn freudig pocht mein Herz?
Zu Dir, zu Dir, o Vater komm' ich in Freud' und Leiden,
Du sendest ja die Freuden, du heilest jeden Schmerz.

Ach wenn ich Dich nicht hätte, was wär' mir Erd' und Himmel?
Ein Bannort jede Stätte, ich selbst in Zufalls Hand.
Du bist's der meinen Wegen ein sich'res Ziel verleihet
Und Erd' und Himmel weihet zu süßem Heimatland.

Doch darf ich Dir mich nahen, mit mancher Schuld beladen?
Wer auf der Erde Pfaden ist Deinem Auge rein?
Mit kindlichem Vertrauen eil' ich in Vaters Arme,
fleh' reuerfüllt: Erbarme, erbarm' o Herr Dich mein!

Süß ist Dein Wort erschollen: Zu mir, ihr Kummervollen!
Zu Mir! Ich will euch laben, euch nehmen Angst und Not.
Heil mir, ich bin erquicket! Heil mir! Ich darf entzücket
mit Dank und Preis und Jubel mich freu'n in meinem Gott.

(Hervorhebung von mir)





Auch wenn scheinbar von einem "abgetrennten" "DU" - als "Vater-Gott" die Rede ist, so bleibt der inspirative URSPRUNG der Worte und schließlich deren Vertonung derselbige: Das Eigene GANZE SEELEn-SELBST-SEIN.

Ich persönlich FÜHLE mich JETZT "verbunden" (mit dem GANZen), in der Tat, doch ich frage mich, wie es zu der Zeit war, als diese Worte geschrieben und diese Musik notiert worden ist? Welche Kraft mussten diese "MENSCHen-GEISTer" aufbringen inmitten einer Frequenz tiefer Abgetrenntheit? Umso "Tiefer" ist auch die Wirkung jener Worte in der Symbiose mit der Musik auf den "Horchenden und "Empfangsbereiten" ... aus dem prä-inkarnativen zersplitterten Her-gekommensein im JETZT-inkarnativen MENSCH-VerKÖRPERten allumfänglichen An-gekommenSEIN ...

Ankommen in der Neuen Energie bedeutet nicht Abwendung, sondern Zuwendung zu dem, was gewesen war, weil das "War" erst im IST erlöst wird. Das IST wird durch das "WAR" geHEILigt, indem aus dem Bewussten, wertschätzenden, jubelnden IST das zeitliche "War" "HEIL" gemacht wird. So bleibt und "ist" das "War" ein INTEGRAL des NEUEN, und e r s t durch und aus dem "War" wird die TIEFE im IST erreicht, um FRUCHT für die ZUKUNFT zu SEIN ...

So bleibt u. a. auch diese Musik Schuberts und deren Dichter ein "Schliff" im Diamanten des NEUEN Zeitalters ...

Der Schliff für Schliff sich aus dem Vergangenen im JETZT in die Zukunft ausdehnende Hirtenjunge

#69 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 03.05.2014 01:47

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Ich spüre, dass ich es noch einmal beTONen muss, diese Texte sind in ihrem transformativen KERN zu sehen, weil ich ebenso "spüre", dass hier viele "Blockaden" und "Befremdlichkeiten" gerade bei den "Licht-Menschen" anhaftend sind ... deshalb gebe ich mir auch so Mühe, die meinige "Schau" und Sicht-Weise auch auf rational-sprachlicher Ebene zu plausibilisieren ...

Auf die Zeit des "Erwachens" und des notwendigen "Ablösens" folgt dereinst irgendwann die Zeit des "All-Wieder-bei-Sich-Einfindens" ... in tiefer DANKbarkeit ...

Darum geht es auch in diesem Text derselbigen DEUTSCHen Messe von Franz Schubert:



Du gab'st o Herr mir Sein und Leben, und Deiner Lehre himmlisch' Licht.
Was kann dafür, ich Staub, Dir geben? Nur danken kann ich, mehr doch nicht
nur danken kann ich, mehr doch nicht.

Wohl mir! Du willst für Deine Liebe ja nichts als wieder Lieb' allein;
und Liebe, dankerfüllte Liebe soll meines Lebens Wonne sein
soll meines Lebens Wonne sein.

Mich selbst, o Herr, mein Tun und Denken und Leid und Freude opf'r ich Dir;
Herr nimm durch Deines Sohnes Opfer dies Herzensopfer auch von mir
dies Herzensopfer auch von mir.




Hier wird eben nicht dem "Kirchen-Gott" eine Huldigung gesungen, sondern dem GOTT-In-Uns, also dem SEELEN-GANZ-KERN Unseres SELBST-SEINs.

Und von welcher "energetischer Qualität" ist vornehmlichst der KANAL zu Unserem, zu Meinem, zu Deinem SELBST? Es ist die REINste und PURste DANKbarkeit - ESSENZiell gefühlt - aus INNERER VERNEIGUNG und DEMUT - vor dem EIGENEN SELBST heraus ...

Der Seinem SELBST in tiefem DANK sich verströmende und somit Sich SELBST in EMPFANG nehmende Hirtenjunge

#70 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 03.05.2014 02:59

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Als Letztes für heute:

Aus welchen "UR-GRUeNDen" kommt denn wohl der RUF nach dem "EHRE" sei "Gott"?



Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe! Singet der Himmlischen selige Schar.
Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe! Stammeln auch wir, die die Erde gebar.
Staunen nur kann ich, und staunend mich freu'n;
Vater der Welten! Doch stimm ich mit ein: Ehre sei Gott in der Höhe!
Staunen nur kann ich und staunend mich freu'n:
Vater der Welten! Doch stimm ich mit ein: Ehre sei Gott in der Höhe!

Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe! Kündet der Sterne strahlendes Heer.
Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe! Säuseln die Lüfte, brauset das Meer.
Feiernder Wesen unendlicher Chor jubelt im ewigen Danklied empor:
Ehre sei Gott in der Höhe!
Feiernder Wesen unendlicher Chor jubelt im ewigen Danklied empor:
Ehre sei Gott in der Höhe!








Aus welchen Schlüften und Klammen musste sich dieser Ruf emporwinden, erst einmal für sich selbst den Mut gewonnen zu haben, überhaupt diesen hinausschallen zu lassen?

Im Eigenstolz verfangen, im Eigen-Tor vernetzt, um nur auf einer erneuten "Ebene" des sich-selbst-Verschachtelt-und-sich-selbst-zu-Rechtfertigenden-Seins" anders zu verorten, vermeintlich, "besser" und "woanders" hin-ge-kommen zu sein?

Vielleicht spreche ich nur von meinen Eigenen Erfahrungen, vielleicht sind diese aber auch im "quantenphysikalischen Selbst" nur eine "Folie" von vielen, nur d a s s ich sie ausspreche, mit den Worten meines Verstandes aus der SEELE meines GEIST-verKÖRPERten individuellen MENSCH-SEINs.

Vielleicht - oder auch nicht. Sei's drum. Es geht um das GEFÜHL, und um das, was "Es" mit einem macht.

"Trägt", "Erweitert" und "Erhebt" - oder "Verzehrt" es Mich?

DAS herauszufinden i s t eben der "Licht-Menschen" oberste Priorität. Denn wenn diese Kräfte in denselbigen unausgegoren, undifferenziert, unausgewogen und ungleichgewichtet - unwillkürlich - nach Außen gehen, wird mehr "Schaden" angerichtet, als irgendein "Schaf in der Herde" zu sein ...

Im DEUTSCHen RAUM dürfen wir deshalb durchaus, sehr wohl und überhaupt das WORT "HEIL" wieder in den MUND nehmen und es durch den Klang unserer Sprache mit der Kraft unseres Kehlkopfes aus unserer BRUST wieder erTOeNen lassen:

HEIL. HEILig. HEIL-SEIN.

In der Tat. Es ertönen und erklingen lassen:

HEILig, HEILig, HEILig.



Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!
Heilig, heilig, heilig, heilig ist nur Er,
Er, der nie begonnen, Er der immer war,
ewig ist und waltet, sein wird immer dar.

Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!
Heilig, heilig, heilig, heilig ist nur Er.
Allmacht, Wunder, Liebe, Alles ringsum her!
Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr!







Die komplette DEUTSCHe Messe von Franz Schubert in einer historischen Aufnahme von 1959 mit dem Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin und den Berliner Symphonikern unter Karl Forster:


Der HEILigende und dadurch ge-HEILte Hirtenjunge

#71 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 05.05.2014 02:04

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Es gibt da innerhalb der "alt-hergebrachten" GEISTlichen Musik neue Interpretationen, welche nicht destruieren, sondern ihren ganz "Eigenen" Beitrag darbringen, ohne die "Substanz" des "Eigentlichen" zu unterwandern, sondern diese "erhöhen" bzw. um eine neue bereichernde Sichtweise erweitern.

So das Zusammenspiel des international gewürdigten Hilliard Ensembles mit dem ebenso anerkannten Saxophonisten Jan Garbarek.

Auf die Idee muss man kommen, Alte Musik zu verweben mit individualistischen, z.T. improvisierten Klang-Gefügen eines Saxophons, was "eigentlich" von der Phonetik her auf den "Alt-Geschulten" sakraler Musik gar nicht zu passen scheint.

Aber es funktioniert. Das "Wesen" der Alten Musik bleibt gewahrt, aber es wird mit einem speziellen Instrumenten-Klang auf ganz neue Art faszinierend auf die Gegenwart hin erweitert und vertieft (das Hilliard-Ensemble ist mit J. Gabarek vor einigen Jahren sogar in der Dresdner Kreuzkirche aufgetreten, und ich weiß jetzt gar nicht einmal mehr so genau, weshalb ich nicht teilnehmen konnte, obgleich ich schon damals wusste, wer da "aufspielt" ...)

OFFICIUM DIVINUM. Parce mihi, Domine. Cantar Lontano, Gavino Murgia, Marco Mencoboni



Sowohl Musik als auch die verwandten Bilder aus dem Video möge man bitte in jenem Kontext sehen, wie ich es in den obigen Beiträgen zu umreißen und benennen versuchte ...

Der sich seiner Alt-Meisterlichkeit beSINNende, aber vom diesem KERN aus sich Neu Empfangende Hirtenjunge

#72 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 05.05.2014 02:35

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Als letztes für Heute eine weitere Aufnahme von diesem bemerkenswerten musikalischen Zusammenwirken von Alter Musik und hineinwebender saxophonischer Stimme:

Christobal de Morales: Parce mihi, Domine - Choir and Saxophone




Ein Horchen. Lauschen. Sich-Versenken. Scheinbares Verlieren - aber wahrhaftiges Wieder-Finden.

Doch nicht mehr aus trennendem Schmerz unerfüllter Sehnsucht, sondern aus erfülltem Sein heraus, was ehrfurchtsvoll gedenkt dessen, aus dem Es dereinst entstiegen war - im WAR "ist" das IST. Und das IST ward und wird geHEILigt durch das WAR, was sich "heim-füget" in das IST ...

Der Hirtenjunge im IST - u.a. auch "HEIM"-geholt durch die KRAFT der Musik, deren GNADE es ist, ein noch unvergleichlicheres Mittel zu sein für die unmittelbare "Erspürung" der "HERKUNFT" als es jemals Worte zu umschreiben vermögen

#73 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 09.05.2014 02:03

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Heute wieder ein Romantiker - einer der größten überhaupt. An anderer Stelle schon deutlich gemacht - ohne Felix Mendelssohn Bartholdy gäbe es die "Wiedererweckung" des Johann Sebastian Bachs nicht ...

Vieles hat F.M. Bartholdy der Nachwelt überlassen, doch Eines wird immer wieder gern aufgeführt, obgleich seiner vielschichtigen Mehrchörigkeit wegen es doch schon einiges den Choristen abverlangt:

Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.


Allein dieses Chorus-Stück geht über 5 Minuten lang:



Es ist aber eingebettet in die Gesamt-Vertonung des 42. Psalms:

1. Coro
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.
2. Aria (Soprano)
Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gotte!
Wann werde ich dahin kommen,
dass ich Gottes Angesicht schaue?
3. Recitativo (Soprano)
Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
weil man täglich zu mir saget: Wo ist nun dein Gott?
Wenn ich dess’ inne werde,
so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst:
(Aria con coro) (Soprano, Coro femminile)
Denn ich wollte gern hingehen mit dem Haufen
und mit ihnen wallen zum Hause Gottes,
mit Frohlocken und mit Danken
unter dem Haufen, die da feiern.
4. Coro
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott!
Denn ich werde ihm noch danken,
dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
5. Recitativo (Soprano)
Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir,
darum gedenke ich an dich!
Deine Fluten rauschen daher,
dass hier eine Tiefe und dort eine Tiefe brause,
alle deine Wasserwogen und Wellen gehn über mich.
Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir!
6. Quintetto (Soprano, 2 Tenori, 2 Bassi)
Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte,
und des Nachts singe ich zu ihm
und bete zu dem Gotte meines Lebens.
Mein Gott! Betrübt ist meine Seele in mir,
warum hast du meiner vergessen?
Warum muss ich so traurig gehn,
wenn mein Feind mich drängt?
7. Schlusschor
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott!
Denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels,
von nun an bis in Ewigkeit!


Komplett zu hören hier:



Der einst nach seiner SEELE schreiende und erhört worden seiende Hirtenjunge

#74 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 11.05.2014 01:48

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Hier eine "geballte Ladung" an hochmeisterlicher frühbarocker Musik: Giovanni Gabrieli - und sein Schüler Heinrich Schütz.

Schütz - Sächsischer Hofkapellmeister und: erster deutscher Komponist, welcher außerhalb des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" und dessen "Provinzialität" bedeutende Aufmerksamkeit erlangte: "Heute" würde man sagen: "international" ...

Diese Musik ist wahrlich ohnegleichen:



Der Schütz-liebende un-geschützt-sich-machende Hirtenjunge

#75 RE: Die (V)Er-Dicht-ung des Ewigen im Raum der Musik von Hirtenjunge 11.05.2014 02:56

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Der "Meister" polyphoner Mehrchörigkeit Giovanni Gabrieli, Lehrer von Heinrich Schütz - in einer Aufnahme, welche vor drei Jahren bei Youtube zu finden noch nicht denkbar gewesen wäre.

Herrlich, das Wechselspiel der unterschiedlich im Kirchenraum aufgestellten Chöre, das sich entfaltende Klanggewölbe, das Musizieren der Zinken und Posaunen ...


Buccinate in neomenia tuba




Sakrale Musik - "Wozu sich auf diese einlassen", wenn wir die "Alte Zeit" bald hinter uns lassen?

Wir lassen die Ohnmacht und Ausgeliefertheit gegenüber der "Illusion" hinter uns, nicht jedoch die "Illusion" selbst. Das Neue Zeitalter ist ebenso eine "holographische Illusion", aber eine nach unseren Wünschen und in Freiheit und Souveräntität gestaltete ... Und jene ESSENZEN aus der Alten Zeit werden mithinübergenommen, welche immer schon Ausdruck eines "Himmels-Kanals" waren, als noch tiefste Abgetrenntheit und spirituelle Düsternis auf der Erde herrschten.


Ich "liebe" die "ILLUSION"! Dafür bin ich auf diese Welt gekommen! Und ich liebe die sakrale Musik der Alten Meister - sie ist ein Juwel für das Offene Herz. Sie berührt, erhöht, vertieft und erweitert meinen GEIST inmitten meiner MENSCHlichen VerKÖRPERtheit.

Ich "beKRAeFTige" diese "Im Namen des 'HERRn'" ...

Wir haben nicht "Alles" auf Uns genommen, um "Jetzt" "einzuknicken", sondern u m D a s zu SEIN, wozu wir uns Selbst "Hier" "hereingeholt" hatten ...

Der sich bei Sich SELBST "herein-holende" Hirtenjunge



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