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#1 Wahl von Kaja 23.08.2009 10:14

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Wir haben ja nun bald Wahl. Weiss jemand von Euch, ob "die Violetten" eine Alternative sind?
Mir kommen, wenn ich darüber lese, die Leutchen immer ein bisschen "eso-wuschelig" rüber.

#2 RE: Wahl von bella.ornella 23.08.2009 13:15

Die VIOLETTEN stehen für Spiritualität, Direkte Demokratie und ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Sie wollen den Bewusstseins- und Wertewandel auch in den Parlamenten vollziehen. Ob sie allerdings die 5%-Hürde schaffen? Wählen kann man sie in drei Bundesländern, weil nur diese Landesverbände die nötigen 2000 Unterschriften gesammelt haben, um auf die Landesliste gesetzt zu werden: Baden-Württemberg, Bayern und Berlin.

Inzwischen gibt es 90 KandidatInnen, die sich für das BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) einsetzen. Das sind nicht nur BGE-DirektkandidatInnen, sondern auch Grüne, Violette, Linke, Parteifreie etc. In diesen Wahlkreisen kann man sie wählen: http://www.archiv-grundeinkommen....tawa09.html. Wenn die alle gewählt würden, wären 90 BGE-Volksvertreter schon eine einflussreiche Gruppe bei ca. 600 Abgeordneten (eigtl. 596, aktuell sind's 614 wg. Überhangmandaten bei der letzten Wahl).

Seit Freitag gibt's einen 11-Minuten-Clip über Susanne Wiest (Direktkandidatin MacPom und Initiatorin der Bundestagspetition), der sehr informativ und anschaulich zeigt, worum's geht: Wir machen Demokratie. http://www.vimeo.com/6184109

Susanne ist seit Wochen unermüdlich unterwegs in ihrem Wahlkreis, um mit Menschen Gespräche zu führen. Wir unterstützen sie und viele andere DirektkandidatInnen auf der Krönungstournee, während wir mit einem Nightliner 16 Tage lang quer durch die Republik touren. Die Termine sind hier zu sehen: http://kroenungswelle.net/index....id=64&Itemid=37. Die Website wird ständig aktualisiert, genaue Ortsangaben werden nach und nach eingespeist. In München sind wir zwei Tage lang, weil dort der Grundeinkommenskongress stattfindet: http://www.grundeinkommenskongress.de/index.html

Ich find's auf jeden Fall toll, wo sich überall was bewegt Wir sind das WIR.

#3 RE: Wahl von Kaja 23.08.2009 14:00

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Vielen Dank für die umfangreiche Auskunft, liebe Bella.

Da werd ich mich jetzt mal vertraut machen. Meine Schwiegertochter macht gerade den
Master für Personalmanagment. Sie glaubt, dass diese Idee nicht durchführbar ist.
Jetzt will ich mal schauen, ob sie recht hat.

#4 RE: Wahl von Schall&Rauch 23.08.2009 15:37

Für mich ist es letztendlich entscheidend, daß es endlich eine Alternative gibt, die die Spiritualität in die Politik bringt, ähnlich wie 1980 die Grünen das Umweltbewußtsein.
Deshalb hab ich den Violetten natürlich hier bei unsrer letzten Landtagswahl meine Stimme gegeben, ohne mich groß mit ihrem Parteiprogramm auseinanderzusetzen. Hatte lediglich schon einige Zeit vorher mal ihren Internet-Auftritt angesehen.
Und was von den "alten" Parteien zu halten und zu erwarten ist wissen wir eh...
LG
S'nR

#5 RE: Wahl von bella.ornella 23.08.2009 16:09

Es geht nicht um's Rechthaben, liebe Kaja Die Frage ist, ob wir's denken und uns vorstellen können. Weil das BGE eben viele vertraute Vorstellungen von Erwerbsarbeit und Entlohnung in Frage bzw. auf den Kopf stellt.

Klingt jetzt ein bisschen platt, aber: Leonardo DaVinci konnte sich vorstellen, dass Menschen fliegen. 400 Jahre später ist seine Vision Wirklichkeit geworden. Die Internet-Pioniere haben das ein bisschen schneller hingekriegt von der Idee bis zur Umsetzung. Und der nächste evolutionäre Schritt ist eine Gesellschaft, in der jeder Mensch der GRUND für ein EINKOMMEN ist - unabhängig davon, ob er eine (gut) bezahlte Arbeit hat oder nicht. Die Entkoppelung von Leistung und Lohn ist m.E. der schwierigste Denkprozess.

Es gibt Studien, lt. denen in Deutschland nur etwa 13% der Mitarbeiter in Großunternehmen und Konzernen committed sind, bei mittelständischen Firmen (meist Familienunternehmen) sind es immerhin 30%. Viele vom Rest sind aber in ihrer Freizeit z.B. mit Begeisterung in Vereinen tätig oder bringen sich in sozialen, gemeinnützigen Institutionen ein.

Die Frage lautet also: Was würden diese Menschen arbeiten, wenn für ihr Einkommen gesorgt wäre? Etwas, das ihnen Spass macht. Wo sie einen Sinn sehen. Was ihr Herz hüpfen lässt. Und das eröffnet ganz neue Perspektiven für ein Gemeinwesen. Jeder könnte sich dann nämlich selbstbestimmt und eigenverantwortlich mit seinen besonderen Talenten in die Gesellschaft einbringen.

Und nicht erst 2012

#6 RE: Wahl von Kaja 23.08.2009 18:16

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Ich glaube auch, dass Menschen sogar gerne Strassen kehren würden, wenn sie es nicht müssen.
Und das bestreitet Sabi, sie denkt, dass keiner mehr die unpopulären Jobs machen würde,
wenn er nicht gezwungen ist, Geld zu verdienen.

#7 RE: Wahl von Marion~ 29.08.2009 12:26

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Hallo Kaja und alle Interessierten,

im SEIN-Magazin gibt es dieses aktuelle Interview zu lesen:

Zitat
Ist die Zeit reif für spirituelle Politik?

Interview mit der Partei DIE VIOLETTEN, der Direktkandidatin für Berlin-Steglitz/Zehlendorf, Ingrid Cölsch, sowie Bernhard Rath und Armin Grassert.



SEIN: Die Violetten treten zur Bundestagswahl an. Zieht man Parallelen zur Europawahl vor 30 Jahren, als die Grünen erstmals antraten, gab es damals eine breite Bewegung, die die Teilnahme dieser neuen Partei an der Wahl stark unterstützte, und ihr zu einem Ergebnis von 3,2 % verhalf. Die Violetten erhielten bei der Europawahl 0,2 %. Was macht euch so hoffnungsvoll, bei der Bundestagswahl erfolgreich zu sein?

Armin Grassert: Ich kenne Umfragen, wonach 30 % der Bevölkerung spirituell interessiert sind. Das sind Menschen, die ganzheitlich über das Materielle hinaus denken und die in einer speziellen Politikform einen Rahmen finden könnten. Ich sehe den Trend, genau wie damals bei den Grünen, die ihre Chance genutzt haben, als die ökologische Frage virulent wurde. Dieses „Nein danke“ hat eine ganze Generation geprägt. Heute ist es nicht mehr up to date, „nein danke“ zu sagen, sondern FÜR etwas zu stehen.

Ingrid Cölsch: Schon Einstein sagte, dass Probleme nicht in demselben System gelöst werden können, in dem sie entstanden sind, deswegen auch die von den Violetten angestrebte Veränderung von Strukturen. Und das bedeutet eben ein völliges Umdenken.

SEIN: Bei den Grünen standen am Anfang radikale Ideen, gar ein neuer Gesellschaftsentwurf. Nach und nach haben sich bei den Grünen jedoch die bürgerlichen Karrieristen an die Schalthebel der Parteimacht vorgedrängt. Das könnte den Violetten auch passieren, wenn sie nur annähernd 5 % erreichen, dann könnten sich Kräfte an die Parteispitze vorarbeiten, die statt spiritueller Politik Realpolitik machen werden. Was bewegt euch, jetzt den richtigen Zeitpunkt für das Wirken dieser Partei auf Bundesebene erkannt zu haben? Ist das Zeichen am Horizont die Finanzkrise?

Bernhard Rath: Wir werden mehr! Das ist der ausschlaggebende Punkt. Wenn wir nicht so viele wären, hätten wir auch die Zulassung gar nicht erreicht. Das ist eine Bewegung, die stärker wird und jetzt auch in Richtung Bundestag strebt.



Der ganze Artikel ist hier zu lesen:

http://www.sein.de/archiv/2009/s...olitik.html

Morgen ist hier in Köln Wahl, bin gespannt wie die ausgeht....

Ciao

Marion

#8 RE: Wahl von Kaja 29.08.2009 14:41

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Danke Marion. Ich hab mich entschieden: für eine spirituelle Partei, auch wenn wir klein anfangen.

#9 RE: Wahl von MaryOnPlanetEarth 29.08.2009 16:50

es ist wirklich bedauerlich, aber hamburg ist ziemlich mau, stelle ich fest, was parteien&direktmandate angeht die violetten hatte ich zur europawahl gewaehlt und bin davon ausgegangen, das ich die jetzt auch waehlen kann, ich wusste nicht, dass sie in hh nicht antreten... unser grundeinkommenkandidat darf nur in einem bezirk antreten zu dem ich nicht gehoere.

da bleibt anscheinend dann wohl nur, die beste der nicht/vorhandenen/varianten zu waehlen / also die gruenen / oder zwei kaestchen einfuegen *grundeinkommen und *spirituelle alternative und somit den wahlzettel dann ungueltig machen...

marymi

ich finds echt voellig unlogisch bis schwachsinnig, ein wahlsystem zu haben, in dem jeder unterschiedliche parteien}menschen waehlt, abhaengig von der location. was fuer ein bloedsinn.

#10 RE: Wahl von SternenBrücke 30.08.2009 01:32

Hallo des Nachts,

Angesichts der vielen wunderschönen Spiegelbilder im Forum habe ich einfach einmal ein paar Wortspiegel zusammen gestellt

Es ist schon faszinierend, welche energetischen Ladungen hinter den Begriffen auftauchen können,

die komplizierte Dualitäts-Spiegelung:

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Arbeitnehmer - Leistungsgeber
Arbeitgeber - Leistungsnehmer
Arbeit - Vorleistung
Einkommen - Gegenleistung
Überstunden sind inbegriffen - Gegenleistungsteilverweigerung
Eineurojob - Alibi gesicherte Gegenleistungstotalverweigerung
Geld arbeitet - in welchem Universum?
Kapitalertrag - Leistungsloser Anspruchszuwachs
Zinsen - sanktionsbewehrte Anspruchsaneignung
Eigentum - Selbst und Fremdbeschneidung, zeitloser Anspruch
Besitz - vorübergehend
Marktregulierung - die unsichtbare Hand wird dies schon richten,
aber von, in wessen Taschen?
und wichtiger noch, auf der Basis welcher gemeinsamen Selbstverleugnung?
Mindestlohn - Selbstrespekt in der Tretmühle
Eigentum - Vorleistungsfremdrespekt, ggf bis zur Selbstaufgabe
bedingungsloses Grundeinkommen - Selbst und Fremdrespekt
Lohnsenkung - Teilenteignung
Lohnsteigerung - ProfitSteigerungshemmnis
 
 


oder geht es nicht auch harmonischer?

verantwortliches stewardship, geteilter Austauch in lebensfreudigem wechselseitigem Ausdruck

Dem Wortlaut nach herrscht ja der Souverän eines Landes,

in einer Demokratie also Demos, das Volk, also jeder ist souverän,
wird das Parlament zum Souverän deklariert wäre es also eine Parlamentokratie,
wird der Wählerwille der Gewissensfreiheit des Abgeordneten unterstellt eine 'that doesn't matter'okratie
wird die Gewissensfreiheit des Abgeordneten der Parteiräson unterstellt eine Parteiokratie
delegieren die Parteien die Gesetzeserstellung dann zum Beispiel eine Juristokratie
erfolgt diese Delegation auf der Basis von Interessensverflechtungen eine Filzokratie
usw...

Irgendwie kommt bei dem ganzen kratein erwartungsgemäß immer nur ein anderer Aufguss von Fremdbestimmung heraus - das Wort soll dies ja gerade besagen/hervorrufen.

Ich werde wohl mal in München beim Grundeinkommenskongress vorbei sehen.

Interessanterweise haben die Violetten zwar in ihrem Wahlspot das BGE als erstes Thema, aber nicht einmal einen Link zu dieser Veranstaltung auf ihrer Website, deren häufigste Aussage kurz vor der Bundestagswahl 'There are no translations available.' zu sein scheint.

Volkmar

#11 RE: Wahl von Florian 30.08.2009 06:23

#12 RE: Wahl von Florian 30.08.2009 07:23

#13 RE: Wahl von MaryOnPlanetEarth 30.08.2009 12:56

huhu volkmar,

wie kommst Du auf die spiegelungen,

u.a.

Zitat
Arbeitgeber - Leistungsnehmer

...

ps als arbeitgeber empfand ich mich selbst naemlich als leistungsgeber in vielerlei hinsicht.

marymi

#14 RE: Wahl von SternenBrücke 30.08.2009 23:29

Zitat von MaryOnPlanetEarth
huhu volkmar,

wie kommst Du auf die spiegelungen,

u.a.

Zitat
Arbeitgeber - Leistungsnehmer

...

ps als arbeitgeber empfand ich mich selbst naemlich als leistungsgeber in vielerlei hinsicht.

marymi




Hallo Marymi,

Nicht nur als Arbeitgeber fühlte ich mich auch als Leistungsgeber, nur zeigt schon diese Art Spiegel, dass wir ja eigentlich jeder alle Seiten des Spiegels innehaben. Ein Geben und Nehmen, dass sich allerdings in den Begriffen die wir im normalen Gespräch verwenden, implizit doch eher auf eine Seite beschränkt.Und diese Beschränkung dann immer wieder ausstrahlen.

Als Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, im klassischen Wortgebrauch, bin ich Leistungsgeber, Leistungs(an)nehmer in jeweils eigenen Ausdrucksbereichen; die Verschiebungen oder Schieflagen ergeben sich ja aus den unterschwelligen nicht bewusst ausgedrückten aka explizit gesagten Anteilen.

Die Spiegelungen kamen mir im Hinterfragen, welche ungesagt/gesagten Anteile wir den in unserem Sprechen durch komplementäre oder auch die Einseitigkeit betonende Invertierung ins Sichtbare holen können. Es würde mich auch interessieren, welche anderen Wortspiegel noch alles als Fingerzeige auf die dahinter liegende Dimension aufdecken können, oder wann ein Spiegel eine emotionale Reaktion bei mir antriggert, und so das Fenster öffnet zu wählen, den Fokus zu verändern.

Volkmar

#15 RE: Wahl von Florian 31.08.2009 09:09

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