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#1 Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 13:38

Jetzt war mir doch danach, diesen Thread zu eröffnen und mit dem Gedicht von Jochen zu beginnen, das ich mir damals auf den Desktop legte, um seinen Inhalt immer wieder zu erinnern, wenn ich mal wieder von Einheit und Einigkeit sind eins, träumte.

All unser Streben und all unser Wissen,
dient dazu, die Leere nicht spüren zu müssen.
Wir sammeln und raffen
und wollen erschaffen,
als ETWAS erstehen
um dem NICHTS zu entgehen.

GOTT in feste Formen zu gießen,
IHN in kleinen Portionen genießen,
darauf zielt alles Bemühen ab:
Behaglichkeit bis in das Grab.

Nur wenige wagen es, ganz zu schauen,
sich dem zu stellen: Dunkel und Grauen;
Sich selbst zu verlieren, zu vernichten,
den Grund aller Abgründe zu sichten;
Sich ohne Rückhalt zu übergeben,
dem, was trägt und wirkt: Dem Leben.

Wenn keines der Dinge dieser Welt
dich selber mehr beisammenhält
und alles dich zu fliehen scheint,
dann laß getrost die Zügel schießen.
Laß Wind und Ströme dich durchfließen,
an nichts gebunden – mit allem vereint.

Nur wenige wagen es, soweit zu gehen,
daß sie sich selber überstehen.


11.6.09

jochen


Jochen

#2 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 13:40

Zitat

Nur wenige wagen es, soweit zu gehen,
daß sie sich selber überstehen.

#3 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 13:47

Sei, was du bist!

tja und was bist du?


Orakel von Delphi

"Erkenne dich selbst!"

ich bin nicht die menschliche Form, die sich ständig auflöst. Ich bin keine begrenzte geistige Form.

ICH BIN als begrenztes ICH NICHT - weil Dinge nothing sind.

Bin ich über mich selbst hinausgetreten als begrenzte Bewusstseinsform, löse ich mich im ALLES auf. Diese Alles ist
no-Thing, also nicht fassbar, nicht denkbar, nicht vorstellbar. Aber

ES IST!!!

ich wage ein Wort dafür:

LEBEN

#4 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 13:53

Zitat

Es ist bisher kaum darauf eingegangen worden, was das Ego ist, bei diesem ganzen Aufstiegsgedöns seit Jahren. Letztlich geht es darum. Wer das nicht weiß und das nicht kapiert, der kapiert auch diese Vorgänge nicht. Denn sie kommen alle aus dem Ego, das einen jeck machen will.
Man kann ganz genau wissen, was das Ego ist.
Aufstieg heißt, also für das Individuum, daß das Ego sich vollkommen wandelt bzw. ganz auflöst. Man identifiziert sich damit, aber das ist ein Fehler. Das Ego redet den Menschen seit dem sogenannten Fall ein, es wäre "Ich".



Youri

#5 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 13:57

Wenn einer sagt: "Ich bin Gott", dann klingt das nach Blasphemie. Dieser Eindruck entsteht, weil wir voraussetzen, dass es das Ego ist, das so spricht. Aber wenn ein Mystiker sagt: "Ich bin Gott", dann hat das mit seinem Ego nichts zu tun.

Dann spricht Gott.

Willigis Jäger

Unser Ego-Bewusstsein ist eine Illusion. Aber wir hängen an dieser Illusion - und indem wir das tun, verschließen wir uns der Erfahrung der wahren Wirklichkeit

W.J.

#6 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 14:07

Zitat

Teile von New Age sind ebenfalls solche Manipulationen, wie es sie bei den Religionen gibt (aber die Religionen sind nicht vollständig Blödsinn). Man spricht nie über das Wesentliche, sonder lotst einen auch von Spirievent-Ebene zu Spirieventebene. Und das Ego nimmt, wenn man das nicht weiß, gern das ganze Spiri-/Eso-Zeug und treibt einen damit von Pontius zu Pilatus. Nur, um einen abzulenken, damit man ihm nicht auf die Schliche kommt und es wandelt. Es macht da Missempfindungen, Tolles, Schreckliches, Gotteshologramme. Alles abwechselnd, nur damit man es nicht wandelt.

Wer den Kern der Sache nicht kennt und "anpackt", der kann Jahrzehnte oder gar Inkarnationen lang von den Zuständen zum Narren gehalten werden, die das Ego herstellt, damit man es nicht erkennt und wieder Herr im eigenen Haus wird. Wer nicht unterscheiden kann zwischen der Spiritualität, die das Ego mit einem abzieht (Plastik) und wirklicher Spiritualität.



Youri Auch ich habe "Matrix" als Offenbarung empfunden, und zwar gerade auch spirituell , nicht nur als Mensch - der im Massenbewusstsein gefangen ist. Viel wurde von Tobi erzählt über "Massenbewussstsein". Vor kurzem kam mir auch das, was du Youri sagst:

Spirizene = Massenbewusstsein geworden ?

#7 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 14:11

Erst war es das Jahr 1000, wo auf das Kommen des HERRN gewartet wurde,.

Dann war es das Jahr 2000, wo auf ??????? gewartet wurde.

Nun ist es das Jahr 2012, wo auf was???? gewartet wird (Mit 1000 Jahren kann man die Erwachenden nicht mehr abspeisen, ). Selbst die noch ausstehenden 3 Jahre sind schon zu viel. Deshalb halt kann es doch ohne weiteres sein, dass der AUFSTIEG von Gaja samt Bewohnern bereits September 2007 stattfindet? Hat er das?

#8 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von jochen 22.08.2009 15:34

liebe antalia,

du mutierst ja langsam zum Alleinunterhalter!??

(sorry, wollte dich nicht stören)


lieben Gruß,
jochen

#9 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 15:34

Erleuchtung, der Sprung ins Nichts oder die Karotte, der der Esel nachläuft

Es gibt eine schöne buddhistische Geschichte:

"In einer Kleinstadt erschien eines Tages plötzlich aus heiterem Himmel eine wunderschöne, junge Frau. Niemand wusste, woher sie kam. Ihre Herkunft lag völlig im Dunkeln. Doch sie war so schön, so entzückend, dass sich niemand Gedanken darüber machte, woher sie gekommen war. Die Leute versammelten sich, die ganze Stadt lief zusammen, und alle jungen Männer, etwa dreihundert, wollten sie auf der Stelle heiraten. Die Frau sagte: Seht her. Ich bin nur eine und ihr seid dreihundert. Ich kann nur einen von euch heiraten. Tut also Folgendes: Ich gebe euch vierundzwanzig Stunden Zeit und komme morgen wieder. Wenn einer von euch bis dahin das Lotos-Sutra von Buddha aufsagen kann, heirate ich ihn.

Alle jungen Männer rannten eiligst nach Hause. Sie aßen nicht, sie schliefen nicht, sondern rezitierten die ganze Nacht das Sutra und versuchten, es sich einzupauken. Zehn von ihnen gelang es. Am nächsten Morgen kam die Frau wieder und zehn Männer trugen das Lotos-Sutra vor. Die Frau hörte zu. Alle zehn schafften es. Sie sagte: Richtig. Aber ich bin nur eine. Wie kann ich zehn Männer heiraten? Ich gebe euch wieder vierundzwanzig Stunden Zeit. Wer mir dann die Bedeutung des Lotos-Sutra erklären kann, den werde ich heiraten. Versucht es zu verstehen; denn es aufsagen ist einfach. Ihr wiederholt es rein mechanisch, aber ihr versteht nicht die Bedeutung.

Die Zeit war knapp - nur eine Nacht - und das Lotos-Sutra ist lang. Aber wenn man völlig verknallt ist, kann man alles tun. Sie rannten nach Hause und strengten sich mächtig an. Am nächsten Morgen erschienen drei Männer. Sie hatten die Bedeutung verstanden. Und die Frau sagte: Das Problem ist wieder dasselbe. Die Zahl ist geschrumpft, aber das Problem bleibt. Drei sind schon sehr viel besser als dreihundert. Aber ich kann nicht drei Männer heiraten. Also noch einmal vierundzwanzig Stunden Zeit ... Denjenigen, der es dann nicht nur verstanden, sondern auch erfahren hat, werde ich heiraten. Versucht in den vierundzwanzig Stunden die Bedeutung des Sutras zu kosten. Ihr habt es zwar erklärt, aber die Erklärung ist intellektuell. Ich möchte eine Kostprobe, einen Hauch von Meditation sehen. Ich möchte gerne in eurer Gegenwart etwas von dem Lotos sehen, möchte spüren, dass ihr in verinnerlicht habt. Ich möchte seinen Duft riechen. Ich komme morgen wieder.

Nur einer von ihnen kam wieder - er hatte es verwirklicht. Die Frau nahm ihn mit in ihr Haus außerhalb der Stadt. Der Mann hatte das Haus noch nie gesehen. Es war sehr schön, fast wie in einem Traumland. Die Eltern der Frau standen am Tor. Sie empfinden den jungen Mann und sagten: Wir freuen uns sehr.

Die Frau ging ins Haus und der Mann plauderte ein wenig mit den Eltern. Schließlich sagten sie: Geh hinein. Sie wartet bestimmt schon auf dich. Das ist ihr Zimmer. Sie zeigten ihm die Tür. Er ging und öffnete die Tür, aber niemand war da. Das Zimmer war leer. Doch es gab eine Tür, die in den Garten führte. Er schaute hinaus. Vielleicht war sie in den Garten gegangen. Ja, dort musste sie hingegangen sein; er sah Fußspuren auf dem Weg und folgte ihnen; fast eine Meile ging er. Der Garten endete und nun stand er am Ufer eines schönen Flusses. Doch die Frau war nicht da. Die Fußspuren waren auch verschwunden. Es standen nur zwei Schuhe da, goldene Schuhe, die der Frau gehörten. Nun war er verwundert. Was war geschehen? Er schaute zurück. Da war kein Garten mehr, kein Haus, keine Eltern - nichts. Alles war verschwunden. Er schaute nach vorn. Die Schuhe waren verschwunden, der Fluss war verschwunden. Alles, was blieb, war Leere - und großes Gelächter.

Und auch er lachte - das war seine Hochzeit."

-------------

Das ist eine wunderbare buddhistische Geschichte. Er feiert Hochzeit mit der Leere. Hochzeit mit dem Nichts. Das ist die Hochzeit, nach der alle Heiligen immer gesucht haben. Es ist der Moment, in dem man die "Braut Christi" oder eine von Krishnas Gopis wird. Doch alles verschwindet in diesem Moment. Alles ist fort. Nur ein Lachen bleibt übrig, das Lachen, das aus dem Bauch des Universums kommt.

(aus Osho - Autobiografie)

#10 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 15:35

Zitat

liebe antalia,

du mutierst ja langsam zum Alleinunterhalter!??

(sorry, wollte dich nicht stören)


lieben Gruß,
jochen



oja störe mich,

da "Ich" Illusion ist, störst ja eh nur a Illusion

#11 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 15:37

allein - alleins - eins oder keins

na was nun

Frau gönnt sich allein Unterhaltung, toll gell

#12 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von inge 22.08.2009 15:41

das geht ja gar nicht, dass der Jochen stört.
Der ist doch in der Einheit.

#13 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 15:42

Zitat
das geht ja gar nicht, dass der Jochen stört.
Der ist doch in der Einheit.



#14 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 22.08.2009 15:52

wenn man über sich selbst hinaus ist, dann kann man sich selbst ständig irgendwo begegnen, das kann am Anfang ganz schön erschrecken, sich selbst von außen zu sehen.

Doch über sich selbst lachen können, das ist für mich nun ne Droge, das ist stoned - greasy. Mich gibt es gar nicht, und doch läuft dieses Ding namens Körper herum, isst, trinkt, schläft, schreibt, lacht, grantelt, träumt und kann sogar erfassen, was Ironie und Humor ist. Das ist einfach WOW!

Und bei all dem Schmarrn den mein Nicht-Ich so verzapft bin "ich" nicht bsuffa oder stehe unter sonstigen chemischen Drogen, sondern weiß, dass ich hier sitze, wie alt ich bin, dass ich Hunger habe, draußen es bewölkt ist und ärgere mich narrisch über so ne kleine Fruchtfliiege (hihi)l die dauernd vor der Nosn rumeiert.

#15 RE: Einheit ist nicht Einigkeit von Antalia 17.11.2009 23:49

All unser Streben und all unser Wissen,
dient dazu, die Leere nicht spüren zu müssen.
Wir sammeln und raffen
und wollen erschaffen,
als ETWAS erstehen
um dem NICHTS zu entgehen.

GOTT in feste Formen zu gießen,
IHN in kleinen Portionen genießen,
darauf zielt alles Bemühen ab:
Behaglichkeit bis in das Grab.

Nur wenige wagen es, ganz zu schauen,
sich dem zu stellen: Dunkel und Grauen;
Sich selbst zu verlieren, zu vernichten,
den Grund aller Abgründe zu sichten;
Sich ohne Rückhalt zu übergeben,
dem, was trägt und wirkt: Dem Leben.

Wenn keines der Dinge dieser Welt
dich selber mehr beisammenhält
und alles dich zu fliehen scheint,
dann laß getrost die Zügel schießen.
Laß Wind und Ströme dich durchfließen,
an nichts gebunden – mit allem vereint.

Nur wenige wagen es, soweit zu gehen,
daß sie sich selber überstehen.


11.6.09

jochen


Lieber Jochen,

ich hoffe, es nervt nicht, aber der Impuls war einfach da.

Danke für dieses Gedicht

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