#1 Die GOBAV-Story .... von Johanna-Merete 21.01.2009 00:20

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Die „GOBAV“-Story - „Get Over Being A Victim“
d.h. Hör auf, Dich als Opfer zu fühlen.

Als kürzlich bei einem Meeting in den USA zum wiederholten Male jemand sich beklagte, um Rat und Hilfe bat, war die Antwort des Meisters der gechannelt wurde: „Und ich habe ein Wort für euch, das ihr euch merken solltet: „GOBAV.
Deine Worte sind voll von Opferenergie und „armes Ich“ und ich plage mich, Recht zu bekommen, Akzeptanz, was auch immer. Komm darüber hinweg, ein Opfer zu sein!“

Es erinnerte mich an meine Nachbarin, die über einen Dienstleister bei dem sie angestellt ist, einige Zeit für ein anderes Unternehmen tätig war. Zu Beginn hatte sie sich ständig beklagt, über die Mitarbeiter, deren Fehler sie monierte, die Chefs, die auch so ihre „Macken“ hätten, über die Vorgaben des Auftraggeber, über die Farbe des Dienstwagens, über die Aufgabenstellung innerhalb ihres Verkaufsgebietes, über die Besuchsberichte, über die Interessenten und Kunden usw. – nur sie war immer und überall „ohne Fehl und Tadel“, glaubte sie.

Damals führten wir viele Gespräche und es wurde bald deutlich, dass sie nie gelernt hatte, selbstbestimmt zu sein, klar in dem was sie tun wollte, würde und was nicht.
Sie machte Kompromisse, ignorierte ihre Zweifel, schob Unsicherheiten, all die Bedenken einfach beiseite und arrangierte sich mit den Möglichkeiten, die sie sah.

Ihre Wahrnehmung war und ist selektiv, eingeschränkt, begrenzt.
Das, was zusätzlich möglich wäre, sieht sie nicht, erkennt sie nicht, es ist ihr fremd.

So verging einige Zeit. Alles war erträglich, sie hatte sich arrangiert, eingerichtet und gab vor, zufrieden zu sein.

Als ich sie vor ein paar Tagen sah, war sie blass, die Haut wieder unrein, ihre Haltung statt aufrecht eher rund, fließend, ohne sicheren Stand, kaum geerdet. Auf mein Nachfragen kam sehr leidend die Information: „Ich bin gekündigt, also nicht richtig, aber der Auftraggeber meiner Firma hat alle Externen gekündigt. Es folgte eine dramatische Beschreibung über das Wie und die „Schikanen“ und endete mit: „Mein Arbeitgeber hat nur einen wirklich beschissenen Job für mich, den ich nicht will. Aber ich muss da ja hin, ich muss mich da vorstellen, ich muss…. ich muss….

Sie war zum Bewerbungsgespräch gefahren und berichtete danach: „Obwohl ich mir keine Mühe gab und einen nicht repräsentativen Auftritt absolvierte, haben die mich zu meiner Überraschung doch genommen. Ich will das nicht, es gefällt mir nicht, was ich da tun soll, aber ich muss ja“….

Wie üblich bei einem neuen Job, war dieser mit viel Fahrerei, Organisation, Meetings vom Ort A nach Ort B verbunden, nicht wirklich schlimm, aber Flexibilität und vor allem auch Motivation wurde verlangt – die nicht vorhanden war/ist, weil man „beleidigt“ war, denn das, was geschah, wollte man nicht, litt, fühlte sich als Opfer, aber man „musste da durch“.

Nach ein paar für sie offenbar sehr belastenden Ereignissen, die realistisch betrachtet, vollkommen normal sind in der Arbeitswelt, ließ sie sich krankschreiben und ist seitdem „leidend“ zu Hause, vergnügt sich mit dem Hund, bewirbt sich bei anderen Firmen und hütet z.B. den Hund der Freundin.

Ihre letzte Erfahrung: „Ich habe einen Autounfall verursacht, war wohl vollkommen neben mir, denn obwohl der Wagen sogar ein akustisches Warnsignal gibt, habe ich nichts gehört und bin dem Nachbarn frontal rückwärts in die Seite gefahren“.
Auch das ist selbstverständlich zwar „ihre Schuld“, aber eigentlich nicht wirklich, denn sie ist ja ohnehin leidend, das Opfer der Umstände, für die sie selbstverständlich nicht verantwortlich ist, denn sie wird ja fremdbestimmt, ist abhängig von anderen.

Ist das tatsächlich so?

Aus ihrer Sicht, in ihrer Realität ja. Alles, was sie berichtet, ist ihre Wahrheit.

Als ich ihr sage: „Du musst gar nicht(s).
Du bist der Boss in Deinem Leben, Du erschaffst Deine Realität selbst, wenn Du diese Arbeit nicht mehr machen willst, dann beende es.

Setzt Dich hin, atme bewusst und erschaffe Dir das Leben, die Realität, die Du er-leben willst!
Da schaut sie mich an, wie "ne Kuh, wenn es donnert" und sagt: „Das kann ich nicht, das geht doch gar nicht. Nein, das ist unmöglich. Kann doch nicht einfach jeder machen, was er will!!!“

Nein?
Doch!

Das einzige was ein Mensch zu verändern braucht, ist seine Wahrnehmung, seine Betrachtung dessen, wirklich allem, was zurzeit in seinem Leben Raum hat.

Es braucht Klärung in Form von: Ist das etwas, das ich weiter erleben will oder nicht?

Er wird Glaubenssätze und Klischees entdecken, die nicht seine sind und dennoch teilweise sehr intensiv in seiner Realität wirken, sein Leben bestimmen.

Es wird einige Zeit brauchen zu erkennen, dass eine der größten Lügen ist, dass nur wer arbeitet auch Geld verdienen kann.
Dass man nur dann genug zu essen hat, wenn man etwas dafür tut.
Dass Fülle nicht jedem zusteht usw.

Es geht auch vollkommen anders.
Und das ist nicht einmal besonders schwierig, etwas zu verändern, wirklich zu tun.

Erst einmal schaut man nach den Erwartungsmustern, aus denen man selbst Abhängigkeiten erschaffen hat, die unfrei machen. Der Weg ist immer gleich: Bewusstes Atmen, erkennen, annehmen, akzeptieren, durchfühlen, und dann entscheiden, was tun damit.

Alles beginnt in und bei mir.
Was ich ausstrahle, kommt zu mir zurück.
Ich beginne damit, mich so zu behandeln, auf allen Ebenen meines Seins, einschließlich der Sexualität, wie ich von anderen behandelt werden will; zärtlich, liebe- lust- freud- vertrauensvoll, achtsam, aufmerksam, bedächtig etc.

Außerdem beginne ich zu „imaginieren“, eine einfach Technik, die das bewusste Atmen benutzt und dazu alle Sinne.
Daraus entsteht recht schnell viel Neues in meinem Leben, in und mit dem ich mich ausprobieren kann.

Aus dem Menschen, der sich als Opfer sah und definitiv auch die Täterrolle er-lebte, ist ein ganzheitlicher Mensch geworden, ein bewusster Macher, Erschaffer und der ist unabhängig, frei und im Wohlstand.

Dein Leben ist, was Du daraus machst, bewusst oder unbewusst.
Erst, wenn Du ganz zu Dir gefunden hast, suchen andere Deine Nähe.


© Johanna-Merete Creutzberg
20. Januar 2009

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